52 Wochen tgm

26. Juli 2013, 0 Kommentare
Rudolf Paulus Gorbach

Zwei Jahre für die Typografie

»Es gibt keine Alternative zum Jahreskurs Typografie. – Das hat wahnsinnig viel gebracht. – Mein Bauchgefühl für Gestaltung wurde intensiviert. – Motivation durch einen Mentor für Typografie. – Sprechen und Hören über Projekte – mit einer interessanten und angenehmen Gruppe. – Es war wie eine Frischzellenkur in Typografie. – Zwei arbeitsreiche Jahre, die gegen die Verwässerung des eigenen Könnens und Wissens angingen. – Ich fühle mich in meinen Gestaltungsentscheidungen sicherer«. So urteilten im Abschlußgespräch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des im Juli beendeten 9. Kurses »Typografie intensiv«.


Bei der Korrektur einer Imagebroschüre mit Dagmar Gorbach (r.)

 

Der ehemalige »Jahreskurs Typografie«, heißt jetzt »Typografie intensiv«. Wegen der Stofffülle und auf Anregung ehemaliger Teilnehmer wurde er berufsbegleitend auf zwei Jahre verlängert. Tatsächlich findet dieses Seminar mit hoher Intensität zwischen Lehre, Information, Diskussion und vor allem praktischer Arbeit statt. Dies bestätigen auch die Übungen, Hausarbeiten und Studien.

Größtenteils gescribbelt: Ein Tagebuch über das Seminar (Agnes von Rogister)

Jeder Teilnehmer erstellt als Abschlussarbeit so eine Studie. Im 9. Kurs wurden beispielsweise zehn sehr neue Serifenschriften untersucht. Eine andere Studie befasste sich mit typografischen Gestaltungsmitteln und ihrer didaktischen Funktion. Typografie in der Architektur am Beispiel Münchens wurde thematisiert, das visuelle Erscheinungsbild einiger deutscher Opernhäuser verglichen, die kroatische Gestaltungsszene seit 2009 analysiert. Es gab Farbstudien anhand polnischer Städte oder Venedigs, Filmplakate der Gegenwart standen im Blickpunkt und selbst ein Konzept für ein Kinderbuch ist entstanden. Interessant für Alle war schließlich eine gescribbelte Darstellung dieses Intensivkurses. Doch das waren eigentlich die »Endprodukte«.

Untersuchung von zehn neuen Serifenschriften (Jutta Fischer)

In der Basis ging es natürlich zunächst um die Grundlagen von Schrift, Typografie und Gestaltung, zu denen die einzelnen Übungsprojekte des Seminars ausgesucht wurden. Schwerpunkt-Module widmeten sich dem Raster in der Gestaltung oder der Farbe. Besonders engagierten sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei den praktischen Aufgaben, nach dem sie sich intensiv mit den Theorien von Typografie und Gestaltung auseinandergesetzt hatten. An Anschauungsmaterial, Beispielen quer durch die Gestaltungswelt, mangelte es nicht.

Schriftdetails analysieren und Formüberraschungen aufspüren

Für Abwechslung sorgten auch die Gastdozenten: Catherine Avak für Mikrotypografie und eine große Text-Bild-Buch-Übung, Oliver Linke für Druckschriften und deren Analyse, Christiane Gerstung für Raster in der Gestaltung, Ilona Amann für Farbe in der Gestaltung, Dagmar Gorbach für Corporate Design und Imagebroschüren, Martin Summ für Bildwelten, Dominik Parzinger für Fotografie und Jörg Herz für Webdesign. Den Abschluss bildete noch ein Modul für die technische Realisierung von Gestaltung mit Matthias Hauer und Per Koop.

Links: Entwurf für ein Buch über Mode mit Fotos von Catherine Avak. Rechts: Entwurf für eine Zeitschrift für Linkshänder.


Auch mir hinterlässt der Kurs ein glückliches Gefühl. Zwei Jahre durfte ich die immer mehr von Typografie faszinierte Gruppe anleiten und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das nächste Kurs »Typografie intensiv« beginnt am 18. Oktober 2013. Noch gibt es Plätze.
www.gorbach-gestaltung.de

Beispiel einer Infografik, die den Tagesablauf der Teilnehmerin wiedergibt

 

Säle füllend: Ein einfaches typografisches System und möglichst viele Varianten ausprobieren

 über »Design made in Croatia 2009 bis 2013 (Adria Zubcic)

Studie über typografische Gestaltungsmittel und ihrer didaktischen Funktion (Valeska Hagner)

Vergleichsstudie über das visuelle Erscheinungsbild deutscher Opernhäuser (Steffi Frede)

Blockbuster, Arthouse und Crossover: Studie zu Filmplakaten (Katharina Franz)


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