Wenn Häuser lächeln
Das Studentendorf in der Großstadt

Datum
9. Juni 2013
11.00 bis 13.30 Uhr
Ort
Treffpunkt U-Bahnstation »Olympiazentrum«
Ausgang BMW-Welt
80809 München
Deutschland
Google Maps
Teilnahmegebühr
19,00 Euro für tgm-Mitglieder
24,00 Euro für Nichtmitglieder

Anzahl Teilnehmer
40

Neuorientierung und Dialog mit Bestehendem als Aufgabe: Mehr als 40 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen in München sind die seinerzeit spektakulären Bauten deutlich in die Jahre gekommen. Im ehemaligen Olympischen Dorf mussten besonders die Flachbauten des Architekten Werner Wirsing teilweise abgerissen und wieder neu aufgebaut werden. Im Zuge der Maßnahmen wurde 2010 auch ein neues Leitsystem für die Bungalowsiedlung entwickelt. In einer zweiten Phase erhalten jetzt auch die Hochhäuser ein neu angepasstes Leitsystem. Wieder ist damit das Designbüro von Prof. Kilian Stauss und Josef A. Grillmeier beauftragt.

Bewusst als »Stadt in der Stadt« konzipiert, sollte die Nutzung nach den Spielen alle Funktionen des täglichen Lebens erfüllen. So finden sich hier außer Wohnungen auch Einkaufsmöglichkeiten, Schule und Kindergärten und kulturelle Einrichtungen. Die propagierten »fröhlichen Spiele« schlugen sich auch in der farbigen Ausgestaltung der Anlage nieder. Neben Spielplätzen wurde besonders darauf geachtet, dass die Anlage insgesamt durch abwechslungsreiche Gestaltung zum Spielen einlädt. Charakteristisch war zum Beispiel die Bemalung der Haustüren und Fassaden, die Ausdruck der internationalen Jugendkultur zu Beginn der 70er-Jahre war.

1972 hatten die Gestalter und Künstler rund um Otl Aicher das Design für die Olympischen Spiele entwickelt, das in seiner konsequenten Realisierung völlig neuartig gewesen ist. Doch was hat davon noch Bestand und aktuellen Bezug, wo hat sich der Zeitgeschmack spürbar gewandelt? Wo sind Veränderungen notwendig und sinnvoll? Denn das Areal, in dem rund 8 000 Menschen leben, soll alles andere als ein Museum sein. Wie lassen sich im Umgang mit Farbe, Typografie und grafischen Elementen Bewahrenswertes und aktuelle Anforderungen kombinieren und in einen lebendigen Dialog setzen?

Vor Ort und im Gespräch mit den Designern wird das neue Leitsystem intensiv erkundet. Nach dem gemeinsamen Rundgang trifft sich die Gruppe in einem wunderschönen Loft im 19. Stockwerk eines der Studentenhochhäuser mit Weggefährten Otl Aichers, den beteiligten Architekten und heutigen Bewohnern. In einem Gespräch wird die herausfordernde Gesamtaufgabe diskutiert, Neu und Alt in Einklang zu bringen. Auch ein kleiner philosophischer Diskurs in dieser besonderen Umgebung darf nicht fehlen.

Unser besonderer Dank gilt dem Studentenwerk München und dem Designbüro Stauss Grillmeier.

Fotos: Simone Naumann

Verbindliche Anmeldung
Bis 6. Juni 2013 schriftlich oder unter www.tgm-online.de

Olympische Spiele 1972
14 Minuten mit Otl Aicher über das Design