Typotag extended
56. TDC-SHOW, Granshan, TypoLyrics

Dreimal zwei Vorträge von virtuellen und digitalen Raumerweiterungs-Experten. Neben Herbert Lechner wird zum Beispiel die Münchner Online-Größe Patrick Gruban über die Sprengkraft der Social Media ­sprechen oder Ralph Ammer, kreativer Programmier-Kopf, leidenschaft­licher Skateboard-Fahrer und Professor an der Hochschule München, über seine For­­­schungen im Vierecks-Verhältnis zwischen Gesell­schafts­dynamiken, Technik, Design und Kunst.


In Kooperation mit »München 852«, der zur Institution gewordenen Dauer jubiläumsfeier der Stadt, rocken im Anschluss an jeden Tag verschiedenste DJs das Abbruchhaus. Das passende Party-Outfit gibt’s am T-Shirt-Stand von »Not my Type« und bewusstseinserweiternder Wein und tiefgründiges Münchner Bier fließen in Strömen.

Welchen Sound hat Typografie? Kann mir Schrift ins Auge springen, wenn ich sie nicht lesen kann? Erzählen mir Plakate von Weltbewegungen?

Die Gestaltungsräume auf jeden Fall weiten sich. Schrift wandert ins Netz, Sprache über die Dächer und Kreativität über ihre Agenturen hinaus. Design muss neu gedacht werden – Design muss neu denken. Die Zeit ist reif für thinking Design. Ganz im Sinne dieses Um- und Weiterdenkens haben wir auch den 7. Mün­chner Typotag ausgebaut – um drei weitere Tage, vier Nächte, virtuelle und digitale Räume, Typo-Shops und sogar einen neuen Veranstaltungsort. Denn was könnte besser zum Aufbruch passen als ein Abbruchhaus?

Den Auftakt zu diesem »Typotag extended« gibt die »Trinissage« von drei ­mitreißenden und -denkenden Ausstellungen. Die 56. TDC-Show ist als alter Typotag-Hase auch dieses Jahr mit den ausgezeichneten Wettbewerbs­werken des Type Directors Club of New York dabei. Neu und sehr erfreut dürfen wir die Gewinner des »Granshan« 2010 begrüßen: The 3 rd Inter­national ­Eastern Type Design Competition zielt speziell auf armenische, kyrillische und griechische Schriften und zeigt, wie schön Sprache durch Schrift werden kann – selbst wenn man sie nicht versteht. Ebenfalls und in jeder Hinsicht neu: »TypoLyrics« lässt Schriften rocken, swingen, tanzen, pogen.

Drei Ausstellungen, vier Eröffnungsreden
Im Hier und Weiter denken
Edik Ghabuzyan, preisgekrönter Schöpfer von über 300 Schriften, Leiter der Abteilung für Entwurf und Erhalt armenischer Schriften der nationalen Buchkammer und Type-Design-Consultant bei Adobe Systems, ist federführend zuständig für die Gestaltung und Bewahrung armenischer Schriften und Organisator des »Granshan« 2008 und 2009.

Neue Schulen der alten Schule
Olaf Leu, charismatischer Botschafter herausragender typografischer Qualität. »Kalender­macher der Nation«, viele Jahre Chairman des Deutschen Komitees des Type Directors Club of New York und Deutschland-Sekretär des International Centers for Typographic Arts.

Über Bande spielen
Lars Harmsen, Geschäftsführer von MAGMA Brand Design, Erfinder und ­Herausgeber des Typo-Weblogs und Magazins Slanted, Gesellschafter und Creative Director der Agenturen Magma und Starshot, Dozent, Autor, und, und, und…dem Einfluss von Globalisierung und Web auf Kultur und Design auf der Spur.

Typoträume leben
Bertram Schmidt-Friderichs, Drucker, Verleger, Typograf. Seit 30 Jahren vom Typovirus infiziert und diesen mit seinen Fachbüchern in alle Welt verbreitend. German Liaison Chairman des Type Directors Club of New York, sein Traum: Typografie als Schulfach und der typografische Führerschein für die Tastatur.

Und danach noch mal zurück zur TypoLyrics: Auf der anschließenden ­»Langen Nacht der Ausgezeichneten Typen« wird gefeiert, gerockt, getanzt, gepogt. Und den Swing der Nacht gleich mitnehmen in die nächsten drei Typotage.

»Trinissage«
Mittwoch, 13. Oktober 2010 um 19.30 Uhr drei Ausstellungen, vier Ansprachen, eine Party: die Lange Nacht der Ausgezeichneten Typen

Typotag extended
Donnerstag, Freitag, Samstag, 14., 15., 16. Oktober 2010 jeweils 19.30 Uhr je zwei Vorträge, anschließend Party

Ausstellung
17. Oktober bis 31. Oktober 2010
Mittwoch, Donnerstag, Freitag von 17 bis 20 Uhr und
Samstag, Sonntag von 15 bis 20 Uhr