Jedes Bild ist sein eigenes Déjà-vu
Hochschule für Fernsehen und Film

Datum
3. April 2014
16.00 bis 18.00 Uhr
Ort
HFF München, Foyer
Bernd-Eichinger-Platz 1 (vormals Gabelsbergerstr. 33)
80333 München
Deutschland
Google Maps
Teilnahmegebühr
15,00 Euro für tgm-Mitglieder
19,00 Euro für Nichtmitglieder


Verbindliche Anmeldung bis zum 31. März 2014


Anzahl Teilnehmer
25

Nach der Typographischen Ortsbesichtigung im vergangenen Herbst im Staatlichen Museum für Ägyptische Kunst kommt nun die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) an die Reihe, die sich ja im selben, von Peter und Gottfried Böhm geplanten Gebäude befindet.

Wir erhalten eine Führung von Professor Dr.-Ing. Peter C. Slansky vom Lehrstuhl Technik II der HFF. Er begleitete als Vertreter der Hochschule den Bau von Anfang an und entwickelte aus seinen Erfahrungen eine Dissertation zum Thema »Die Rolle des Nutzers im Hochschulbau«. Das Münchner Büro für Gestaltung Wangler & Abele entwickelte das Leit- und Orientierungssystem des Gebäudes. Partner Frank Abele wird uns das Konzept erläutern.

Seit Gründung 1966, bzw. Aufnahme des Lehrbetriebs 1967, bildet die HFF München die Filmtalente von Morgen aus. Zu den bekanntesten Absolventen zählen u.a. Caroline Link, Doris Dörrie, Bernd Eichinger, Florian Henckel von Donnersmarck, Wim Wenders und Roland Emmerich. Nachdem zuerst in einer Villa in Schwabing gelehrt wurde, ging es 1988 in eine ehemalige Bettfedernfabrik im Münchner Stadtteil Giesing, bevor im September 2011 der Umzug in den Neubau inmitten des Münchner Kunstareals folgte. Hier können alle Studiengänge unter einem Dach vereint werden und von den Film- und TV-Studios über einen eigenen Postproduktionstrakt bis hin zu drei Kinos gibt es hier alles, was nicht nur Filmemachen, sondern auch Film-Studieren zur schönsten Sache der Welt machen kann. Im November 2007 wurde der Grundstein gelegt, im Juli 2009 war Richtfest, zwei Jahre später ging es von Giesing in die Maxvorstadt – die HFF München ist in ihrem Neubau inmitten des Münchner Kunstareals angekommen. Sie liegt entlang der Gabelsberger Straße, führt aber seit 2012 im Gedenken an einen ihrer bekanntesten Absolventen die Adresse Bernd-Eichinger-Platz 1.

Das Büro für Gestaltung Wangler & Abele gestaltete das Informations- und Orientierungssystem und erhielt dafür den Red Dot Award: Communication Design 2013. Der Neubau der Hochschule für Fernsehen und Film weist spannungsvolle Räume mit Schrägen und Rampen auf, die im Kontrast zur Ruhe des Gesamtbaukörpers stehen. Das Foyer mit den zentralen Einrichtungen und der großen Treppe in die Obergeschosse entspricht einem öffentlichen Stadtraum. Das Logo der Hochschule und die Namen der Kinos, Hörsäle, Seminarräume, der Bibliothek und der Information sind hier »Projektionen gleich« weithin sichtbar auf die Betonfassaden und die Glasfassade appliziert und gewährleisten die Orientierung. Im weiteren sind schwarze Schildflächen Träger der Information. Als Winkel sind sie einem Schattenwurf gleich um Ecken geführt, und können von Fluren und der zentralen Treppe aus wahrgenommen werden. Informationen sind weiß appliziert, ihre knapp an der Kante positionierte Typografie erscheint wie ein Spiel aus Licht und Schatten. Ergänzt wird das Informationssystem durch Monitore, Lichtanzeigen, Plakatvitrinen und »Klemmbretter«, allesamt dem Thema Fernsehen und Film entlehnt.

Frank Abele
Frank Abele leitet seit 2000 zusammen mit Ursula Wangler das Büro für Gestaltung Wangler & Abele in München. Das Büro entwickelt u.a. Visuelle Erscheinungsbilder, Ausstellungsgestaltungen und Leit- und Orientierungssysteme. Unter letzteren finden sich zahlreiche namhafte Projekte, wie den Flughafen München, die BMW Welt München, den Reichstag und die Parlamentsbauten im Spreebogen Berlin, die Pinakothek der Moderne München, die Fußball-Weltmeisterschaftsstadien Südafrikas in Kapstadt, Durban und Port Elisabeth, das Nationalstadion Warschau.
Das Büro besteht seit 1983 (Büro für Gestaltung Prof. Eberhard Stauß Ursula Wangler). Frank Abele studierte Visuelle Gestaltung an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd, sowie Sozialwissenschaften mit Hauptfach Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Prof. Dr.-Ing. Peter C. Slansky
Inhaber des Lehrstuhls für Technik an der Hochschule für Fernsehen und Film München, Promotion zum Doktor-Ingenieur an der Fakultät Architektur der Bauhaus-Universität Weimar über das Thema »Die Rolle des Nutzers im Hochschulbau. Nutzervertretung und Nutzerkoordination am Beispiel von Filmhochschulen« 

Realisierung von ca. 60 Industrie- und Werbefilmen als Kameramann, Regisseur, Autor und/oder Produzent, sowie freie künstlerische Tätigkeiten: Kurzfilme, ein Spielfilm, Fotoausstellungen.