Intuition und Abstraktion
Orientierung in komplexen Systemen

Heike Nehl
Datum
9. April 2013
19.30 bis 21.00 Uhr

+ im Anschluss: NACHTAUSGABE Diskussionsrunde mit dem Referenten nach dem Vortrag in der nebengelegenen ROTIS'SERIE

Ort
Halle 27 und ROTIS'SERIE
Hirschgartenallee 27 Rgb.
80639 München
Deutschland
Google Maps
Teilnahmegebühr
0,00 Euro tgm-Mitglieder
6,00 Euro für Studierende, Schüler, Auszubildende und Rentner nach Vorlage eines Ausweises
9,00 Euro Nichtmitglieder

Ganz selten nur machen wir es uns bewusst: Systeme bestimmen unseren Alltag. Wir sind es gewohnt, uns in Gesellschaftssystemen, in Computersystemen, ja, auch in sehr diffizilen Netzwerken zurechtzufinden. Was machen gute Systeme aus, wie sollten sie gestaltet sein? Wie offen dürfen sie sein oder wie rigoros? Damit befassen sich die Gestalter bei Moniteurs. Sie strukturieren, ordnen und organisieren Informationen zur besseren Erfassbarkeit. Dabei gestalten sie Räume, in denen sich Menschen intuitiv zurechtfinden. Das Abstrakte wird mit dem Erfahrbaren verknüpft: Inhalte, Sprache, Farbe, Form werden zu einem Orientierungssystem. Der natürliche Orientierungssinn wird dabei angesprochen ... Gibt es den eigentlich? Welche Erkennungsmerkmale braucht es, damit sich Menschen zurechtfinden, sich Gemeinschaften zugehörig fühlen?

Es hat ein Umbruch stattgefunden. Leitsysteme werden nicht mehr auf Schilder nach DIN-Normen reduziert. Sie können weitaus mehr: im Raum kommunizieren, etwas über einen Ort erzählen, Verbindungen herstellen und Werte transportieren, Menschen einstimmen und in die Lage versetzen, sich in komplexen Zusammenhängen zu bewegen. Sie sind Teil der Identität und Teil des Raumes.

Und noch etwas verändert sich: Die Systeme von heute dürfen nicht geschlossen sein. Sie müssen genügend Schnittstellen bieten, sich überlappen mit mobilen Devices, den Karten im Kopf und der echten Welt. Großes Netzwerk eben.

In das Projekt »Leitsystem« für den neuen Großflughafen Berlin Brandenburg Airport, welches in den letzten sieben Jahren von Moniteurs konzipiert wurde, flossen viele dieser Überlegungen ein, was Heike Nehl gerne erläutern möchte.


Zum Wert »Gemeinschaft« im Werte-Index
In der modernen Gesellschaft sind Unberechenbarkeit und Komplexität zur alltäglichen Herausforderung geworden ... In der Netzwerkgesellschaft ist die selbst gewählte Gemeinschaft der Zufluchtsort für Menschen. Sicherheit wird nicht mehr in traditionellen Strukturen gesucht ... Communities und Netzwerke bieten Bestätigung und Zugehörigkeit auf unverbindliche Weise.

Heike Nehl

Heike Nehl (*1964) studierte Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Bielefeld. Nach dem Studium arbeitete sie als Designerin bei MetaDesign in Berlin und bei Meta West in San Francisco. Es folgte eine Mitarbeit am unabhängigen Schriftenlabel Face2Face u. a. zusammen mit Alexander Branczyk und Alessio Leonardi. Heike Nehl ist Mitbegründerin und neben Sibylle Schlaich und Isolde Frey Leiterin des Designbüros Moniteurs; zu ihren Kunden zählen Ärzte ohne Grenzen, FontShop oder der Flughafen Berlin Brandenburg. Sie unterrichtete an verschiedenen Hochschulen wie der Fachhochschule Köln, der Technischen Fachhochschule Berlin-Wedding sowie an Bauhaus-Universität Weimar. Heike Nehl ist Herausgeberin von »emotional_digital – Portraits internationaler Type-Designer und ihrer Fonts« und »Look Book Informationsdesign«.