Drawing the Process
Der mit der Hand denkt

Daniel Weil
Datum
6. Dezember 2011
19.30 bis 21.00 Uhr

+ im Anschluss: NACHTAUSGABE
Diskussionsrunde mit den Referenten nach dem Vortrag bei Sapient, Kellerstraße 27 - Eintritt frei!

Ort
Gasteig, Black Box
Rosenheimer Straße 5
81667 München
Deutschland
Google Maps
Teilnahmegebühr
0,00 Euro für tgm-Mitglieder

Bitte reservieren Sie sich Ihre Freikarte bis spätestens 12.00 Uhr am Veranstaltungstag hier online mit »Jetzt anmelden«. Diese Tickets können dann am tgm-Tisch vor der Black Box abgeholt werden.
Oder Sie lösen wegen der Sicherheitsauflagen im Gasteig unter Vorlage ihres Mitgliedsausweises eine Freikarte an der Abendkasse.


Karten für Nicht-Mitglieder
Gebühr 9,00 Euro

Studierende, Auszubildende, Schüler 6,00 Euro
Im Vorverkauf über München-Ticket 
und an der Abendkasse im Gasteig Glashalle Erdgeschoss ab eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

Eine Design-Größe führt Tagebuch. Alles was Daniel Weil sieht, alles was er denkt, alles was er gestaltet, fließt über seine Hand durch einen Bleistift der Härte 2B aufs Papier. »Zeichnen ist das elementarste Instrument eines Gestalters; es ist Gestalt gewordenes Design Thinking.« Für die tgm öffnet Weil von Pentagram London seine Skizzenbücher.

Zeichnen, Tag für Tag, Seite um Seite. Staubsauger-Studie folgt Shampoo-Verpackung, Kandinsky-Erinnerungen mischen sich zwischen Lampenschirme. Indem er mit dem Stift festhält, was er sieht, reproduziert er seinen Blick auf die Welt, objektiviert, was er denkt, und verlinkt Ideen. Die Grenze zwischen Skizzen- und Tagebuch verschwimmt. Seit 1978 hat er nach eigener Schätzung 375 Bücher gefüllt.

Weil nähert sich dem Grundsätzlichen grundsätzlich grundsätzlich. Rüttelt an Vorurteilen, hinterfragt das Offensichtliche. Im Ergebnis stülpt er nie etwas über – aber meistens etwas um. Das Innere darf sich zeigen, wird zum Außen, von Überflüssigem befreit. Er erliegt schon seit Langem der Faszination, Objekte in ihre Einzelteile zu zerlegen, sie nicht nur in ihrer Optik, sondern in ihrer Funktionalität zu erforschen.

Zeichnen hilft ihm, die Geschichte und den Aufbau von Dingen zu verstehen. Ob Architektur, Produkt oder Ausstellung – er entwickelt Ideen aus dem Wesen der Dinge und übersetzt diese dann in ihre natürliche visuelle Sprache.

In seinem Vortrag öffnet Weil seine Skizzenbücher und gewährt damit Einblicke in seine Denk-, Sicht- und Arbeitsweise, von Alltagseindrücken bis hin zu Skizzen für seine Projekte bei Pentagram. Der begeisterte Fragensteller ist übrigens auch ein begeisternder Erzähler – so die einhellige Meinung seiner Schüler.

This lecture will be held in English.

Daniel Weil

Daniel Weil (*1953) arbeitete als Architekt in Buenos Aires, bevor er nach London umsiedelte, um am Royal College of Art Industriedesign zu studieren. Er entwarf und fertigte seine eigenen Produkte, einschließlich Kollektionen für Memphis 1982 und für das kultige Taschenradio. Er war Bereichsleiter bei der Architectural Association und Professor für Industriedesign am Royal College of Art. Alessi, Esprit, French Connection, Knoll, Swatch, Lego, Krug, United Airlines, Tretorn, Superga, Pantone, EMI Very Pet Shop Boys, TSE, King’s College, One & Only, Bulgari, Boots, Group G3/Quam, Granada motorway services, A Café for Autogrill, Cass Art, Benetton, The Israel Museum-Archaeological Wing sind nur einige seiner Kunden und Projekte. Weils Arbeit ist Teil der Dauerausstellung im Museum of Modern Art, New York und dem Victoria & Albert Museum.