Augsburger Texturen
Ein Tagesausflug zu begehbaren Musterbüchern, Architekturstoffen und Wunderers Buchkunst

Thomas Schlierbach
Datum
29. September 2013
08.45 bis 20.30 Uhr
Ort
Treffpunkt: Hauptbahnhof München, am Gleis 26
80335 München
Deutschland
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Teilnahmegebühr
42,00 Euro tgm-Mitglied
48,00 Euro Nichtmitglied

Anzahl Teilnehmer
20

Augsburg ist eine der ältesten Städte Deutschlands und nach München und Nürnberg die drittgrößte in Bayern. Es ist in nur 40 Minuten mit der Bahn zu erreichen und bietet unzählige Attraktionen. Viele unserer Mitglieder und Typografie-Interessierten kommen von Augsburg zu tgm-Veranstaltungen nach München – eines unserer Vorstandsmitglieder wohnt sogar dort. All dies ist uns Grund genug, einen Tagesausflug nach Augsburg zu unternehmen!

Im 18. und 19. Jahrhundert war Augsburg ein florierender und international bedeutender Ort für die Textilindustrie und wurde gern als »Deutschlands Manchester« bezeichnet. Die meisten der erfolgreichen Textilunternehmen waren im Osten der Altstadt im »Textilviertel« untergebracht. Hier baute man nicht nur repräsentative Fabriken, wie etwa die schlossartig angelegte Kattunfabrik von Johann Heinrich Schüle (1771) oder den Glaspalast (1910), sondern auch Arbeitersiedlungen und Unternehmervillen.

Heute gehört das Textilviertel zu den begehrtesten Wohnlagen Augsburgs und beherbergt unter anderem Kunstgalerien, Museen, Geschäfte und Restaurants sowie Büros und Kleingewerbewerkstätten. In einem Teil der ehemaligen Augsburger Kammgarn-Spinnerei (AKS) ist heute das Staatliche Textil- und Industriemuseum (tim) untergebracht. Nach Plänen des Grazer Architekten Klaus Kada wurden ab Juli 2007 bis Anfang 2010 mehrere Gebäude museumsgerecht umgebaut. Die Gesamtkonzeption für die Innengestaltung lieferte das Stuttgarter Atelier Uwe Brückner.

Die aktuelle Sonderausstellung im tim beschäftigt sich mit dem vielfältigen Einsatz von Textilien in der Architektur. Auf 1000 Quadratmetern werden vor allem Architekturprojekte der jüngeren Zeitgeschichte und der Gegenwart gezeigt. Projekte von Stararchitekten wie Rem Koolhaas und Herzog & de Meuron sind ebenso vertreten wie von den Designern Ronan und Erwan Bouroullec.

Ein weiterer interessanter Aspekt in Augsburg ist seine Vergangenheit als einer der namhaftesten Verlagsorten in Europa (15. und 16. Jahrhundert). In der Buchdruckerei Offizin von Günther Zainer wurden ab 1468 unter anderem der erste gedruckte Kalender sowie zwei deutsche Bibelausgaben gedruckt.

Den Zugang zum Thema »Buch« suchen wir heute von einer ganz besonderen künstlerischen Seite. Wir besuchen den Buchkünstler Gerd J. Wunderer in seinem Atelier und Wohnhaus.
Gerd J. Wunderer erzählt Geschichten, indem er eigene Texte und abstrakte oder reale Bilder als Unikate herausgibt. Seit 1989 sind seine Arbeiten auf internationalen Buchkunstausstellungen zu sehen; einige seiner Künstlerbücher wurden von Staatsbibliotheken und Sammlungen aufgenommen.

Programm

  • Sonderführung im Textilmuseum (inkl. Sonderausstellung) durch den Museumsleiter Herrn Dr. Karl Borromäus Murr
  • Gemeinsames Mittagessen im nunó
  • Sonderführung im Textilviertel durch Frau Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev
  • Besuch des Buchkünstlers Gerd J. Wunderer in seinem Privathaus (betreten mit Straßenschuhen nicht erwünscht)

Anreise
Gemeinsame Hin- und Rückfahrt mit der Deutschen Bahn. Bitte beachten Sie, dass die Bahnfahrt fester Bestandteil dieses Ausflugs ist; bei individueller An- und/oder Abreise kann kein Preisnachlass gewährt werden.

Dauer
Die Exkursion beginnt am 29. September um 8.45 Uhr am Münchner Hauptbahnhof am Gleis 12 und endet am selben Tag gegen 20.30 Uhr am Münchner Hauptbahnhof.

Leistungen
Die Gebühr beinhaltet die Bahnfahrt hin und zurück, die Transportkosten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Augsburg sowie Eintritte und Führungen. Das Mittagessen ist nicht inkludiert.

Teilnehmer
Die Exkursion kann ab mindestens 12 Teilnehmern stattfinden und ist auf maximal 20 Personen begrenzt.

Verbindliche Anmeldung
Bis 26. September 2013 schriftlich oder unter www.tgm-online.de

Text: Catherine Avak
Bildnachweis:

  • tim, Innen- und Außenaufnahme (während der Bauphase): Eckhart Matthäus, www.em-foto.de
  • tim, Sonderausstellung  (Vorhang/Raumteiler; Projekt »Clouds« von Ronan und Erwan Bouroullec mit Fa. Kvadrat, Dänemark, 2009): Paul Tahon und Ronan & Erwan Bouroullec
  • Künstlerbuch »Wolkenkuckucksheim«: Gerd J. Wunderer
Thomas Schlierbach

Thomas Schlierbach (*1969) studierte Architektur an der Technischen Universität München und der TU Dresden. Er arbeitet in einem kleinen, aber feinen Münchner Architekturbüro mit Schwerpunkt auf öffentlichen Bauten, u.a. realisierte er das Bonhoeffer-Heim in Regensburg-Burgweinting und das Kultur- und Bildungszentrum Ismaning.