Vortrag

Wort wird Bild wird Sinn wird Was?
Bernard Stein


Wenn Sprache ganz genau genommen wird und daraus Bilder von suggestiver Kraft entstehen, dann könnte es eine dieser eigenwilligen, manchmal fast lakonischen Kompositionen in matten, sattfarbigen Tönen sein, mit denen Bernard Stein gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Nicolaus Ott über Jahre hinweg insbesondere das kulturelle Berlin geprägt hat. Stiller Ernst verbindet sich darin mit hintergründigem Humor, sachliche Strenge mit spielerischer Leichtigkeit. Farbe ist Raum und Fläche zugleich. Ott+Stein haben eine eigenwillige bildnerische Sprache gefunden, die sich von der allgemein üblichen Formenwelt der Plakatsäulen bis heute abhebt. Nicht nur gelegentlich lässt sich in den systematischen Strukturen, die immer wieder Konstruktion und Dekonstruktion spannungsvoll ausbalancieren, Bauhaus-Tradition vermuten: Schrift und Bild sind sowohl Informationsträger als auch Sinn tragende Form. Jan Tschicholds »Elementare Typografie« lässt grüßen ... ist sie hier doch ins Heute übersetzt und präzise weiterentwickelt.





Referent
geboren 1949 in Berlin-Neukölln, Studium an der der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Helmut Lortz. 1978 Gründung und bis 2004 Partner des Designbüros Ott+Stein, Berlin. Seit 1997 Mitglied der AGI. 1998 Mitherausgeber des Typografielexikons »TYPO. Wann, Wer, Wie?« Ebenfalls seit 1998 Professor für Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel. Seit 2002 Kurator und Berater, ab 2004 bis 2006 Creative Director und Mitglied der Geschäftsführung von MetaDesign Berlin. Mitglied im Kunstbeirat des Bundesfinanzministeriums und Gründer des »Archiv für Historische Abbildungspraxis« in Berlin.



Dienstag, 31. März 2009, 19.30 Uhr

Gasteig, Black Box


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