Vortrag

Das Ritual der Alchemie
Roger Pfund


Im Spannungsfeld zwischen Handwerk und Kunst, zwischen angewandter und freier Grafik, also auch zwischen den Anfängen des Bauhauses in Weimar mit Malewitsch, Lissitzky und Kandinsky und dem Ende in Dessau bzw. Berlin mit der Abkehr von jeglicher künstlerischer Ausrichtung, ja, genau da findet die Arbeit von Roger Pfund statt. Er ist international zweifellos einer der bekanntesten Schweizer Gestalter und einer der führenden Spezialisten für das Design von Banknoten. Schon mit 27 Jahren gewann der junge Grafiker Roger Pfund den prestigeträchtigen Wettbewerb der Schweizerischen Nationalbank für den Entwurf einer neuen Serie von Banknoten. Auf der anderen Seite sind da seine Bilder von ungeheurer Intensität und Komplexität, die in Museen und Galerien genauso hängen wie in öffentlichen Gebäuden und bei Sammlern. Für den grandiosen Maler, Musiker, Grafiker, Designer ist Leben Gestaltung und Gestaltung Leben. Bei seinen Handlungen beachtet er, wie Jean-Fred Bourquin über ihn schreibt, unbewusst das Ritual der vier wesentlichen Phasen der Alchemie: vom Schwarz über das Weiß und das Rot bis hin zum Goldstaub.



Referent
geboren 1943 in Bern, mit schweizerischer und französischer Nationalität. Nach einer Grafikerlehre bei Kurt Wirth ab 1966 Atelier in Bern mit ersten Ausstellungen u.a. in Zürich, Genf, Paris, Tokio und Washington. Schon ab 1974 erste computergesteuerte Zeichnungen. Erscheinungsbilder für z. B. teo jakob, Kurt Naef, für Bücher (z. B. 100 Jahre Vogel Verlag, Alinghi), für viele Plakate, insbesondere auch im kulturellen und sozialen Umfeld. Kampagnen, aber auch Ausstellungs- und Museumsgestaltung (z. B. Rotkreuzmuseum in Genf, 50 Jahre UNO, Genf). Und natürlich Banknoten nicht nur für die Schweiz! Auch für Frankreich. Plus Schweizer Pass und Visum.



Dienstag, 2. Dezember 2008, 19.30 Uhr

Gasteig, Black Box


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