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Vortrag
Das vollkommene Buch gibt es nicht Uta Schneider
Wer selbst schon in einer Jury tätig war, kennt die Freuden und Qualen einer Jury. Freuden bereitet der fachliche Austausch mit den Kollegen. Oder das anerkennende Bewundern guter Ideen. Doch zur Qual kann es werden, wenn die Menge des zu Beurteilenden reduziert und Schnitte gemacht werden müssen. Wenn das gut Gemachte nicht mehr ausreicht, um weiter zu kommen. Wenn einzelne Bücher sichgegenüber den anderen ihrer Gruppe nicht genug durchsetzen können,ohne aber schlecht zu sein. Wenn jede/r weiß, welches Zusammenspielnötig ist, um ein Buch zu produzieren und wie viel beim langen Prozessvom Entwurf bis zur Buchbindung schief gehen kann. Beim Wettbewerb der schönsten Bücher wird die Qualität sowohl der technischen Produktion, als auch der Ausstattung und der buchgestalterischen Konzeption und der Gestaltung auf den Prüfstand gebracht. Angereichert mit Einblicken in die Juryarbeit werden einige Beispiele aus den Wettbewerben der schönsten deutschen Bücher vorgestellt. Bücher, die gescheitert sind ohne schlecht zu sein; die schön aussehen und doch einen Makel haben; die funktionieren, aber nicht überzeugen. Der Vortrag erzählt von den Hürden, zur Vollkommenheit zu gelangen und hält ein Plädoyer wider das Mittelmaß. Typografische Strukturen, konzeptionelle Aussagen – Gestaltung als Verständnishilfe – die Wahl des Materials und die technische Umsetzung bilden ein sensibles Gefüge für das Endergebnis: Buch.
Referent
Uta Schneider Studium Visuelle Kommunikation an der HfG Hochschulefür Gestaltung Offenbach am Main. 17 Jahre selbständig als Typografin und Buchkünstlerin. Zahlreiche Prämiierungen und Preise durch die Stiftung Buchkunst. Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst Frankfurt am Main und Leipzig seit 2001. Verantwortlich für den deutschen und den internationalen Buchgestaltungswettbewerb. Kuratorin von Sonderausstellungen. Parallel eigene künstlerische Arbeit am Thema Buch/Text/Installation/Zeichnung und Zusammenarbeit mit Ulrike Stoltz unter dem Namen ‹usus›. Ausstellungen im In- und Ausland.
Dienstag
3. Mai 2005
19.30 Uhr
Literaturhaus München,
Salvatorplatz
U-Bahn Odeonsplatz
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