Reise — Boris Kochan — 1 Kommentar
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Nov 09

Eine kleine Parkanlage zwischen Jerewaner Rathaus und Platz der Republik. (Post‑)Sowjetische Monumentalarchitektur wechselt mit stillen Plätzen, genau 2750 Düsen der Springbrunnenallee wurden zum entsprechenden Jubiläumsjahr dieser Stadt montiert, nebendran die Kühlschrankgalerie eines Straßencafés und am Ende der verkehrsbeherrschte Platz der Republik mit Nationalmuseum.

Das neue Jerewaner Rathaus. In Jerewan leben etwa 1,2 Mio der insgesamt ca. 3,2 Mio im Land lebenden Armenier. Außerhalb Armeniens kommen noch mal ca. 6 bis 7 Mio dazu.

Stille bunte Plätze.

2750 Düsen zum Jubiläum.

Kühlschrankgalerie am Rande der Jubelmeile.

Da wo einst das Lenindenkmal stand, findet sich jetzt ein denkwürdiges Blumenbeet.
31.10.2009 nachmittags Boris Kochan
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Nov 09
Es ist irgendwo ziemlich weit weg von allem, jetzt hier, mitten in der Nacht. Warum nur fliegt Austrian Airlines Nacht zu Nacht gegen die Zeit von Wien nach Jerewan? DIe Sitzreihen im minimalistischen British-Airways-Abstand und unglaublich stickig, schwül-heiß. Landung irgendwann zwischen 3 : 00 und 4 : 00 Uhr früh?
Etwas müde tapsig die ersten Schritte über die Gangway des Jerewaner Flughafen Swartnoz – sehr neu alles im internationalen Flughafen-Beliebigkeitsstil … so weit das die müden Augen erkennen können. Alltagsbetriebig verstehen die Beamten schnell, dass hier eine Reisegruppe ankommt, 21 Pässe werden eingesammelt und gegen die Visumgebühr von 3000 DRM pro Person (zu entrichten ausschließlich in Landeswährung) wieder ausgehändigt. Der Weg durch die Passkontrolle und den Zoll ist völlig unproblematisch. Catherine Avak, die diese Reise organisiert hat und bereits seit einigen Tagen vor Ort ist, nimmt uns freudestrahlend in Empfang: wir sind in ihrem Land!
Mit dem Verlassen des Flughafens verändert sich die Szene: Raus aus der Flughafen-Fassadenwelt, hinein in den frühmorgendlich quirligen Betrieb bei den Taxis, drumrum schemenhaft im Dunkeln erkennbare Großbaustelle mit viel Betonskeletten, es regnet ein wenig.
31.10.2009, frühmorgens, Boris Kochan
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Nov 09
Hier also ist das verlorene Paradies! Die Arche Noah landete auf dem Ararat, dem heiligen Berg der Armenier. Hier in Jerewan ist der strategisch wichtige Schnittpunkt der Karawanenrouten: Geografisch, politisch und kulturell liegt dieses Land zwischen Europa und Asien, zwischen Christentum und Islam.
Als eine der ältesten Städte der Welt repräsentiert Jerewan heute wohl am deutlichsten den Weg Armeniens zwischen Erneuerung und Bewahrung. In der »rosa Stadt« sind Tausende historischer Gebäude genauso präsent wie zahlreiche kleine Galerien; die Cafesjian Museum Foundation zeigt ganz selbstverständlich zeitgenössische Kunst in moderner Architektur; im »Hay-Art« finden ständige Ausstellungen mit dem Ziel der Kunst-Interaktion zwischen Ost und West statt; ein Museum für den Maler Martiros Saryan; das Erebuni-Museum in der Stadtfestung; das Museum des Volksschaffens; ein internationales Filmfest … eine in vielerlei Hinsicht äußerst spannende Stadt.
In diesem neuen blog der Typographischen Gesellschaft München wird die kleine Reisegruppe in den nächsten Tagen unregelmäßig von ihren Eindrücken und Erfahrungen vor Ort berichten.