November, 2009


5
Nov 09

Noch einmal zurück: zum Sonntag!

Jerewan – 14 Grad – Regen. Frisur sitzt soweit. Endlich haben wir wieder eine Nacht geschlafen – statt im Flieger verbracht. Die morgendliche Herausforderung: Frühstück am Buffet organisieren. Erster kritischer Moment, weil sich weder Besteck noch Kaffee einstellen. Also flexibel sein und Marmelade mit Brot aufstippen. Und selbstgebrauter Nescafé tut’s auch …

Es ist Sonntag, zudem Allerheiligen, wir besuchen heute die religiösen Zentren Armeniens. Erst mal, nicht weit von Jerewan, die Kirche Hripsime, eine urtümliche, recht stimmungsvolle kleine Kirche, der Märtyrerin gleichen Namens geweiht. Wie die meisten Märtyrer ereilte auch sie ein unappetitliches Schicksal, weil sie fromm und noch dazu hübsch war. Aber einen schönen Sarkophag hat sie bekommen, zu besichtigen in der niedrigen, stickigen Grabkammer. Ein Mädchenchor, blau gewandet, singt im beginnenden Gottesdienst, sehr nett. Hier erkennt man schon einige Grundzüge der armenischen Kirchenarchitektur: z. B. charakteristische Längs-Kerben in den tragenden Wänden – zur besseren Stabilität bei Erdbeben.

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Wir fahren weiter zum religiösen Zentrum Armeniens, nach Etschmiatzin. Hier wohnt und wirkt das Oberhaupt der Armenisch-Apostolischen Kirche: der Katholikos. Eindeutig ein vielbesuchter Ort für die ganze armenische Familie, samt bookshop, in dem man u. a. Erde/geweihtes Wasser/Weihrauch aus Armenien kaufen kann. Haben die vielen Exil-Armenier hoffentlich auch dabei. In der Hauptkathedrale läuft gerade die ca. dreistündige Zeremonie. Praktischerweise kann man in Armenien einfach nur einem Teil des Gottesdienstes beiwohnen, es herrscht ein Kommen und Gehen. Und den Katholikos himself sehen wir tatsächlich auch noch einziehen … ihm voraus eine Hundertschaft von Priestern/Priesteranwärtern, die dort ausgebildet werden.

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Katholikus

Sehr schön sind die gesammelten Kreuzsteine in der Nähe aus verschiedenen Epochen, teils unter abenteuerlichen Umständen vor der Vernichtung gerettet. Sehr deutliche keltische Knoten-Ornamente – anscheinend kamen die originär auch aus Armenien.

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Nach Besichtigung der Schatzkammer von Etschmiazin (mit diversen Reliquien, z. B. einem Stück aus der Arche Noah, die ja auf dem Berg Ararat gestrandet sein soll), geht’s weiter zur Kirche Gayane, der Ziehmutter der Hripsime.

Hierauf folgt ein weiterer Höhepunkt: die Ruinen von Zwartnotz in der Nähe des Flughafens. Das Modell der antiken runden Kirche mit fünf Eingängen hatten wir schon am Vortag in ganzer Pracht im Museum gesehen, jetzt stehen nur noch die lange verschütteten Fundamente vor uns – man vermutet, dass die Kirche durch eine Explosion zerstört wurde. In der Ferne ist zum ersten Mal schemenhaft zwischen Wolken ein Teil des Berges Ararat zu erahnen, der unwirklich die armenische Hochebene überragt. Hoffentlich bekommen wir ihn diese Woche noch richtig zu sehen.

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Zurück in der Stadt gönnt Catherine uns eine kleine Verschnaufpause im Café. Das Personal ist zwar deutlich überfordert mit unserer Reisegruppe, bleibt aber nach Art der Armenier ganz relaxed. Wir spazieren zu Fuß zurück zum Hotel und sehen u.a. eine Hochglanzseite der Stadt: einen neugebauten Prachtboulevard, der durch das alte Viertel gefräst wurde, gesäumt von ungemütlich wirkenden hochgeschossigen Imponierbauten mit Luxusläden unten und abartig teuren (entsprechend noch leerstehenden) Wohnungen oben. Rührend dagegen sind die großen handgemalten Theaterplakate an der Oper, die uns Catherine zeigt: Bei den Dauerbrenner-Stücken werden nur die Darstellernamen und Vorstellungstermine übermalt. Hier gibt es also noch richtige Schildermaler.

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Abends geht es in einen netten Jazzclub in der Stadt. Bei Livemusik (Girl from Ipanema usw.) wird das wie immer sehr leckere Abendessen serviert. Auch hier schafft unsere Riesengruppe es wieder, die Weinvorräte des Lokals zu knacken, so dass wir uns auf intensive Tests des berühmten örtlichen Kognaks verlegen. Entsprechend beschwingt erklimmen wir anschließend noch die Kaskaden, eine endlose Treppenanlage hoch auf den Aussichtsberg. Oben bietet sich ein wunderschöner weiter Blick über die Stadt.

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1.11.2009, abends, Claudia Badouin


4
Nov 09

Heitere Sonnenanbeter mit Brotkult

In Fels gemeißelter Glaube: Kloster Geghard, eine Stunde südöstlich von Jerewan gelegen, vereint armenische Identität in besonderer Weise. Adelige haben es im 12. Jahrhundert am Talende der Azatschlucht in Tuffstein meißeln lassen, eine Kirche von bezwingender spiritueller Kraft und architektonisch ganz im Stile der großen Zeit vom dritten bis siebten Jahrhundert dazu gebaut und damit ein Monument hinterlassen, das Beharrlichkeit, Bildung und Religiösität gleicher­maßen symbolisiert.

Geghard

Die Legende zum Kloster lässt keinen Zweifel an der unmittelbaren Teilhabe der Armenier an der biblischen Geschichte zu. Es ist benannt nach der Lanze, die zum Kreuzestod Jesu geführt haben soll und die heute zu den Reliquienschätzen des Landes gehört. »Grigor, der Erleuchter« – Garant für nahezu alle religiösen Bezugs­punkte des Volkes – soll es an Stelle eines heidnischen Quellenkults gegründet haben. Er und seine Vorgänger haben den Ort gut gewählt: hoch oben über der Schlucht auf 1500 Meter herrscht absolute Ruhe. Die profane Welt ist weit weg hinter karg bewachsenen, steilen Hängen. Keine Ablenkung stört die Konzentration auf das Wesentliche. Beste Handwerkskunst an Säulen, Altären und Kreuzsteinen lenkt die Gedanken.

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Dass es davor zweifellos etwas anderes gab in diesem von Brüllhitze und Eises­kälte geprägten Land zeigt wenige Kilometer vor Geghard in Garni eine Kultstätte aus dem ersten Jahrhundert. Es ist höchst unklar, warum dieser säulengetragene Tempel im griechisch-römischen Stil als einziger Ritualort der Sonnenanbeter überlebt hat. Der Zerstörungswille der bald darauf herrschenden Christen machte alle anderen zu Bruchsteinhaufen. Dies schaffte in Garni erst ein Erdbeben in neuerer Zeit und dies nun wiederum brachte den Armenien »ihren« Helden der Arbeit. Der Titel wurde dem Baumeister für den Wiederaufbau verliehen.

Sonnentempel

Die Kultstätte steht an einem heiteren Ort, selbst wenn Wolken über die von Gras bewachsenen kahlen Berge ringsum wabern. Reben und Obstbäume gedeihen an den windgeschützten Hängen. Ein Badehaus aus römischer Zeit erinnert an die damals gerade guten Verbindungen zu Rom. Die Herren jener Zeit bauten in Basalt und Tuffstein. Heutige Armenier würden es wohl auch noch so tun, wäre es nicht billiger die neuen Wohnungen für den erhofften Zuzug der vielen Auslands­armenier in Beton in die Innenstadt von Yerewan zu gießen.

Aber es gibt sie noch, die gute (alte) Zeit. Lavasch frisch aus dem tief in die Erde eingelassenen Steinofen, dem Tonir, lässt den »Fürst« fast vergessen, der da noch kommt. Allein das Spektakel des Einheizens mit trockenen Haselzweigen ist eine Sensation. Die Gruppe steht begeistert in der Hütte mit dem Loch in der Erde, erfreut sich am hochlodernden Feuer, bezweifelt die Funktionalität der Feuerstätte in Sachen Brot backen. Als die Frauen des Hauses das Sagen bekommen, wird es ernst. Strudelteig aus Wasser und Mehl wird ausgewellt, mit einem geschickten Dreh über die Hand durch die Luft auf die berühmten 50 mal 100 Zentimeter gebracht, über ein passendes stabiles Kissen gelegt, befeuchtet und mit einem ordentlich Schwung an die tiefliegend Ofenwand geklascht. Blasen quellen auf, ein kurzer Griff nach unten, ein Wurf und das Lavasch fällt der Gästeschar auf ein Tuch vor die Füße. Binnen Sekunden ist es auseinander gerissen, mit Kräutern und Käsestücken gefüllt, gerollt und gegessen. Der Gaumenschmeichler vor dem Essen fällt groß aus, die nachfolgende Vorspeise mit allem, was die Küche an Frischem bietet nicht minder und dann der Fürst, die armenische Forelle vom Grill wie auch die Kartoffeln.

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Es ist zu viel des guten Essens. Schläfrige Stimmung im Bus gemischt mit ein bisschen Aufregung wegen des Zeitplans. Im Prinzip liegt linkerhand der Ararat, im Prinzip steht ein klassisches Konzert mit liturgischen Gesängen auf dem Programm. Aber es ist November und eine andere Zeit als die von Komitas die Chazen, der dafür einst sorgte, dass musikalisch vieles überlebt hat. Schlagzeug und Elektroorgel in Ergänzung zu Duduk, Kamantscha, Saz und Kanon konnte er sich nicht vorstellen. Die tgm’ler sind ihm da voraus – auch eine Erfahrung.

3.11.2009, abends, Edith Kopf


3
Nov 09

Blick aus dem Fenster: Trocken!

Nach zwei Regentagen verspricht die Straße auch Sonne. Ein paar hellblaue Streifen sind schon zu sehen … Für einen Montag morgen ist noch wenig Verkehr um 9 : 00 Uhr.
Beim Frühstück geht es (wieder einmal) um die Frage der Anerkennung des Genozids an den Armeniern 1914⁄15. Soll in der deutschen Politik die Wahrheit entscheiden oder politische ,Klugheit‘? Deutschland, damals das Deutsche Reich, hat zumindest eine Mitverantwortung, vielleicht sogar Mitschuld. Mit mehr als 3 Millionen Türken in der Bundesrepublik, die vielleicht ihre Meinung mit Molotow-Cocktails verstärken? Was würde es nützen – und wem? Dann aber müssen wir zum Bus, der Tagesplan ist eng getaktet. Der kleine weiße Bus wartet schon vor dem Hotel.

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9 : 30 Besuch der Grafik-Abteilung der Kunsthochschule, vor der uns Ara Baghdasaryan erwartet: Beaux Arts lässt grüßen. Wie sich später herausstellt, gibt es auch eine Verbindung zu der Schule in Limoges. In der Werkstatt stehen zwei alte Radierpressen und eine alte Lithopresse, in einer Ecke ein ,Offenes System‘.

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Zeichnen, Zeichnen, Zeichnen … meist stehen junge Frauen vor der Staffelei.

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In einem anderen Haus, das man zu Fuß über kleine Teerwege, Stufen, und an Löchern vorbei erreicht, stellen die Lehrenden das Studium an Hand von Diplomarbeiten dar: Corporate Design, Piktogramme, Orientierungsysteme, jeweils auf Charts ca. 1 × 2,5 m. Für einen Ausdruck in dieser Größe müssen die Studierenden 100,00 US $ bezahlen, eine Summe, die im Kaufkraftvergleich weit mehr als 1000,00 € entspricht. Eine Arbeit aus dem Industriedesign, ein elektrogetriebenes, multifunktionales Fahrzeug für die Stadtreinigung, könnte auch eine Diplomarbeit an einer Schule bei uns sein. Sie kann aber an den Computern in der Design-Abteilung, die auf mich wie eine ,Legebatterie‘ wirken, nicht entstanden sein. Die Zeit ist zu kurz, um nach Details zu fragen. Mehr Offizielles steht auf www.yafa.am.

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Wer das Treppenhaus im Hauptgebäude hochsteigt, sieht jedesmal einen Fassaden­ausschnitt, der ahnen lässt, wie eng es in den Wohnungen ist – Hakob etwa lebt mit einer Großmutter, den Eltern und seiner Schwester in einer Zweizimmer­wohnung – zum Glück ist die Schwester fast nie da.

11 : 00 Sergei-Paradjanov-Museum, ein Haus in der Art der alten Wohnhäuser in der Stadt, als sie noch 20 000 Einwohner hatte, oberhalb des tiefen Einschnitts, wo unten der Fluss ist, schräg gegenüber sehen wir das Fußballstadion mit seinen klitschbunten Sitzreihen – nach dem Fußballspiel Türkei gegen Armenien ein Zeichen der Hoffnung. Für Münchener ist der Namen Paradjanov nicht unbekannt, da vor kurzem sein Film Die Farbe des Granatapfels (Sayat-Nova) lief.
Das Haus ist voller skurriler Collagen, Montagen und Assemblagen, privater Mythologien, die auch eine Auseinandersetzung mit dem Druck des Sowjetsystems sind. Paradjanov hat sogar im Gefängnis mit allem Abfall, den er bekommen konnte, Geschichten erzählt, bis hin zu den dünnen Aluminiumverschlüssen von Milchflaschen, aus denen er seine reliefierten Thaler machte: Phantastische Moderne oder auch Poetischer Realismus im Dialog mit Tarkowsky, Fellini, Guerra und Pasolini.

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13 : 00 (in Wirklichkeit 13 : 30) erläutert Edik Ghabuzyan die Entstehung und die innere Systematik der armenischen Schrift – ein bisschen mühsam, da immer wieder übersetzt werden muss und Hakob die speziellen Begriffe auch nicht so recht kennt. Catherine mischt sich ab und zu ein. Zwischendurch ein kleines Büffet. Ghabuzyan ist von Hause aus Mathematiker und hat vor 20 Jahren angefangen, Schriften für wissenschaftliche Zwecke zu machen ähnlich wie Donald Knuth TeX. Daraus ist eine umfangreiche Bibliothek armenischer Fonts geworden. 2008 hat er den armenischen Type-Design Wettbewerb ins Leben gerufen, der jährlich stattfindet. 2012 wird Armenien 500 Jahre Buch feiern, da im Jahr 1512 das erste Buch in armenischer Schrift in Venedig gedruckt worden ist, lange bevor es eine Druckerei in Armenien selbst gab. Ghabuzyan arbeitet gerade für Adobe an den armenischen Figuren für die Minion und die Myriad und für Microsoft an einem armenischen Systemfont.
Zur Illustration: Die Marke Segafredo ZANETTI mit armenischen Figuren zeigt auf der einen Seite, wie prägnant das Zeichen selbst ist und lässt auf der anderen Seite einzelne armenischen Buchstaben erkennen. ® muss ® bleiben.

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15 : 00 Mit dem Bus geht es zu dem Architekten und Grafiker Fred Afrikyan, der uns in einem winzigen Büro hunderte von Schriftblättern zeigt. Wir tauchen in eine längst vergangene Zeit ein, Buchumschläge (er sagt, er hätte bisher mehr als 400 gemacht), Medaillenentwürfe und Schriften, alle Tusche oder Gouache über Blei­stift und minutiös mit Deckweiß korrigiert.

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Danach will er uns die Architektur der Stadt zeigen, aber der Bus kann nirgendwo anhalten. Als wir am Architekturmuseum ankommen, ist es geschlossen, entgegen den angeschlagenen Öffnungszeiten und ohne weitere Notiz. So erklärt er uns an einer windigen Ecke noch einmal die Planungen Alexander Tamanyans († 1937) und seiner Schüler, die in den 20-er Jahren begonnen wurden und schließlich auch zu der vor etwa zehn Jahren fertig gestellten, riesigen Treppenanlage geführt haben, an deren oberem Ende Mutter Armenien steht.

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Nach einer Weile sieht er, dass das Unterfangen wenig Sinn macht und verab­schiedet sich – Zeit für einen Kaffe bis zum nächsten Termin. Links Hakob Markosyan (27), unser Reisebegleiter und Übersetzer, rechts Fred Afrikyan (72), ein ,echter‘ Armenier, wie er sich selbst nennt.

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Yerewan wird auch die rosa Stadt genannt, weil viele Fassaden aus Tuffstein in einer Vielzahl von rötlichen bis grauen Tönen gebaut sind. Von Nahem sind an den Schnittflächen die Weiten Armeniens zu entdecken.

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18 : 00 Empfang bei der Kulturministerin Hasmik Poghosyan, rechts Edik Ghabuzyan, Austausch von offiziellen Höflichkeiten, freundlich, locker. Über ein Projekt mit der Literaturwerkstatt vor ihrer Zeit als Ministerin ist sie mit Deutschland verbunden. Das Projekt war für sie vielleicht auch ein Sprungbrett.

Zu Abend essen wir in einem georgischen Restaurant. Die Spezialität sind fleisch­gefüllte Teigtaschen, eine Art Pirogi. Hakob erzählt über Tischmeister (armenisch: Tamada) und die Sitte der Trinksprüche. Einen für die Kinder gibt er zum Besten, Stichwort Nagelbrett. Das könnte ein schöne Zugabe sein zu den armenischen Weinen, die Freunde von ihm in Deutschland vermarkten. Vielleicht gibt es da ja auch Marmelade von grünen Nüssen, getrocknete Aprikosen aus Armenien oder andere Köstlichkeiten, die wir hier kennen gelernt haben:
Nari-Vertrieb
Armenien-Shop

2. November 2009, abends, Gerd Fleischmann


3
Nov 09

Besuch des Nationalmuseums

Eine ausgiebige Führung durch das Nationalmuseum schafft einen ersten geo­grafischen und geschichtlichen Überblick. Das heutige Armenien umfasst nur einen Bruchteil des ursprünglichen Siedlungsgebietes, Euphrat und Tigris sind Teil davon. Hier eine Karte aus der Zeit der Sowjetunion:

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31.10.2009 nachmittags Boris Kochan


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Erste Gehversuche auf unbekanntem Terrain/2

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Eine kleine Parkanlage zwischen Jerewaner Rathaus und Platz der Republik. (Post‑)Sowjetische Monumentalarchitektur wechselt mit stillen Plätzen, genau 2750 Düsen der Springbrunnenallee wurden zum entsprechenden Jubiläumsjahr dieser Stadt montiert, nebendran die Kühlschrankgalerie eines Straßencafés und am Ende der verkehrsbeherrschte Platz der Republik mit Nationalmuseum.

Das neue Jerewaner Rathaus

Das neue Jerewaner Rathaus. In Jerewan leben etwa 1,2 Mio der insgesamt ca. 3,2 Mio im Land lebenden Armenier. Außerhalb Armeniens kommen noch mal ca. 6 bis 7 Mio dazu.

Stille bunte Plätze

Stille bunte Plätze.

Jubiläumsdüsenanlage

2750 Düsen zum Jubiläum.

Kühlschrankgalerie

Kühlschrankgalerie am Rande der Jubelmeile.

Platz der Republik

Da wo einst das Lenindenkmal stand, findet sich jetzt ein denkwürdiges Blumenbeet.

31.10.2009 nachmittags Boris Kochan