Es ist irgendwo ziemlich weit weg von allem, jetzt hier, mitten in der Nacht. Warum nur fliegt Austrian Airlines Nacht zu Nacht gegen die Zeit von Wien nach Jerewan? DIe Sitzreihen im minimalistischen British-Airways-Abstand und unglaublich stickig, schwül-heiß. Landung irgendwann zwischen 3 : 00 und 4 : 00 Uhr früh?
Etwas müde tapsig die ersten Schritte über die Gangway des Jerewaner Flughafen Swartnoz – sehr neu alles im internationalen Flughafen-Beliebigkeitsstil … so weit das die müden Augen erkennen können. Alltagsbetriebig verstehen die Beamten schnell, dass hier eine Reisegruppe ankommt, 21 Pässe werden eingesammelt und gegen die Visumgebühr von 3000 DRM pro Person (zu entrichten ausschließlich in Landeswährung) wieder ausgehändigt. Der Weg durch die Passkontrolle und den Zoll ist völlig unproblematisch. Catherine Avak, die diese Reise organisiert hat und bereits seit einigen Tagen vor Ort ist, nimmt uns freudestrahlend in Empfang: wir sind in ihrem Land!
Mit dem Verlassen des Flughafens verändert sich die Szene: Raus aus der Flughafen-Fassadenwelt, hinein in den frühmorgendlich quirligen Betrieb bei den Taxis, drumrum schemenhaft im Dunkeln erkennbare Großbaustelle mit viel Betonskeletten, es regnet ein wenig.
31.10.2009, frühmorgens, Boris Kochan